Erstmalig die Teilnahme beim Oldtimer Grand Prix 2005 und ich kann sagen: Eine tolle Veranstaltung mit viel internationalem Flair und abermals eine dufte Truppe - vom Porschezelt als Unterhaltungsprogramm mal ganz zu schweigen.
Der Reihe nach:
Als Testfahrt wurde die Anreise von Köln genutzt, die auf Achse erste Eindrücke von der jetzt montierten Tankanlage im Auto hinterließ. Fast 100 Liter Sprit an Bord eröffnen völlig neue (Langstrecken-) Perspektiven. Auf dem sicherheitshalber mitgeführten Hänger wurde Rainers 914 transportiert, der unser Fahrerlager dann in eine wahre 914-Oase verwandelte. Soviele 914-Renn-GT auf einem Haufen bekommt man selten zu sehen.
Als Testfahrt - dies sei erwähnt - haben auch andere die eigene Achse genutzt. So kann meine Fahrt kaum eine Erwähnung wert sein, wenn man bedenkt, das Urs Brunner mit seinem völlig neu aufgebauten 914-6 GT die weite Anreise aus der Schweiz und zurück problemlos gelungen ist - Respekt Urs !! (Vor allem, daß Deine Tochter so was ohne Kollaps mitmacht!)
Mit zu dem tollen Flair der Veranstaltung haben aber nicht nur alle beteiligten Personen, sondern vor allem auch die Entsprechung meiner Bitte uns eine Box im alten Fahrerlager zu geben beigetragen.
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Periodengercht?, aber verwandt. |
| so oder ähnlich muß es auch damals bei Kremer, Strähle
und Co. gewesen sein... |
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Das alte Fahrerlager! Wer hat hier nicht alles in diesen Räumlichkeiten seine Motoren angelassen, hat nicht in letzter Sekunde noch vor dem Start geschraubt, sind Tragödien beweint und Siege gefeiert worden? Die Aura von Carrachiola oder Fangio hängt förmlich in der Luft - aber auch Steckkönig, Dören und Strähle mit Ihren 914-6 sind in diesen Boxen einquartiert gewesen.
Ein wirklich passender Platz für unsere Fahrzeuge also und ruhiger als im kommerziellen Hexenkessel oben im "modernen" Fahrerlager. Wichtig für uns, denn wir hatten 3 Kinder dabei und wohnten im Fahrerlager - bis auf den Weg zum Porschezelt auch logistisch die bessere Position, liegt doch die Nordschleifeneinfahrt gerade um die Ecke.
Drei Porsche 914-6 sind letztendlich angenommen worden zum Marathon 400:
1. Paul Singer (#148) mit seinem gelben Renner
2. Hanns Seiler und Klaus Müller (# 150) mit dem schwarzen 914
3. Oliver Mathai und Udo Frey (# 149) mit dem bekannten grünen (914) Frosch.
Weitere Fahrzeuge waren genannt, konnten aber aufgrund der limitierten Starterzahl von 100 Fahrzeugen nicht angenommen werden. Hauptgrund war die nur aus vier Zapfsäulen und zwei Reihen bestehende Tankanlage in der alten Nordschleifenzufahrt, deren Bereich ohnehin ab der zehnten Runde nur noch als Katastrophengebiet mit Ausnahmezustand zu bezeichnen war.
(Ein Tip an die Organisatoren: Startet den Marathon später - so gegen 18.00 Uhr, dann kann man die GP - Strecke und die Tankanlagen dort mitnutzen und es gibt einen kleinen Touch Nachtrennen - im Halbdunkel gut zu machen - dazu. Erlaubte Starterzahl dann: 230, nebst Flair.)
Wenn man die beiden Veranstaltung Egons 500 (Youngtimer Anhang J 1965 bis 1981) und Marathon 400 (Anhang K 1947 bis 1971) vergleicht, dann kann man den Marathon als wesentlich bessere Wahl für den Einsatz der Porsche 914 bezeichnen: Die Bilder aus den alten Zeiten zeigen ein ähnliches Bild wie es nachher im Ergebnis bestätigt wurde: Porsche 914 auf Pole mit Strähle bei z.B. der DRM 1971 - keine RS 2,7 und keine RSR, volle 2,0 Liter-Klassen und keine Zusammenlegung mit den Hubraumriesen. Echte Chancen also für eine gute Show.
Im Gegensatz zu den Youngtimern, wo die 914 ständig überholt werden, geht dieses Auto beim Marathon wie das sprichwörtliche heiße Messer durch die Butter. Nur die vermehrt auftretenden Öl- und Benzinflecken sollten man beachten....
Das dieser Sommer wirklich schwierige Wetterbedingungen für Vorhaben jeglicher Art bereit hält, ist wohl allen klar, nur in unserem Fall hat der Sommer sowohl bei den Egon 500 als auch dem Marathon 400 bis auf kleinere Schauer ein Einsehen gehabt und die 914 fahren lassen - auf der Nordschleife, bei Regen, im 914-6 - so spitz können die Finger gar nicht sein, wie man dann behutsam mit allen Hebeleien umgehen muß. Schmierseife wäre eine zutreffende Beschreibung...
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Die wenigen trockenen Runden im Training lassen aber vordere Plätze zu:
Trainingsergebnis, jeder Fahrer mußte mindestens 2 vollständig gezeitete Runden fahren (mit einer vollständigen Nordschleifenrunde als Einführung):
| Startnummer | Fahrer | Trainingsplatz | schnellste Rundenzeit | schnellste Ø-Geschwindigkeit |
| # 148 | Singer | Platz 4 | 8:36.167 Min. | 144.9146 km/h |
| # 149 | Frey/Mathai | Platz 12 | 8:53.709 Min. | 140.517 km/h |
| # 150 | Seiler/Müller | hatten Pech mit einem Plattfuß - keine Runde = letzter Startplatz | ||
| Vergleich: | ||||
| # 163 | Krahn | Platz 1 | 8:27.139 Min. | 147.879 km/h |
Minshaw/Stretton hat den wunderschönen und sehr engagiert bewegten Lightwight Alu-Jaguar E leider in der 6. Trainingsrunde zerstört, der Beweis, daß die Nordschleife jeden Respekt benötigt um über die Runden zu kommen. Ihn fahren zu sehen ist aber als Zuschauer am Hang oder aus den Konkurrenzautos immer eine Wucht - die werden den Wagen schon wieder richten.
Oliver war an diesem Wochenende Mehrfachtäter: mit einem Lola bei den Supersports, mit dem Porsche 906 bei den World Sportscar Masters und eben beim Marathon mit dem 914-6. Keine leichte Aufgabe, denn während der Marathon noch lief, war Oliver quasi aus dem 914-6 in seinen 906 gesprungen und fuhr schon wieder das Training.
Genau dieser Umstand führte zu einer Kuriosität:
Es war abgesprochen, daß ich den Start fahren würde. Schwere Regenwolken standen über der Strecke, noch regnete es nicht in unserem Bereich...
Das Feld wurde über die gesamte Nordschleife zur Startaufstellung auf der Döttinger Höhe geführt. 100 (!) Autos in einer Startgruppe (!), vorne Paul auf P4 und ich auf P12, um uns rum schwere Amigeschosse - gut für böse Beschleunigung gerade auf der Döttinger Höhe und zwei leichte 904-6 - hinter uns fast das gesamte Feld - ein schöner, zum Teil ungewohnter Blick die lange Gerade runter....
25 Minuten Stillstand vor der Einführungsrunde, wird es vor dem Rennen, während oder gar nicht regnen? Die dunklen Wolken stehen quasi still über dem unteren Teil der Strecke - Adenauer Forst, Kallenhardt, Wehrseifen könnten schon schwimmen.... hätten wir die Yokohamas doch gegen reinrassige Regenreifen tauschen sollen?
5 Minuten werden von den Streckenposten gezeigt, die Sturmhauben, Helme und Handschuhe werden angezogen - Graf von Oeynhausen geht noch zum Startnachbarn auf der Pole, der Corvette und schüttelt die Hand - Fairplay in der ersten Kurve?!
3 Minuten bis zum Start werden angezeigt, manche lassen die Motoren an - vielleicht aus Angst sie nicht rechtzeitig zum laufen zu bekommen - mancher Anlasser greift ins Leere...
Jetzt werden die Gurte gestrafft, der Innenraum arrangiert, die Strecke in den ersten Metern nach der Freigabe erahnt - gleich geht es los!
1 Minute bis zum Start werden signalisiert - Gentlemen please start your engines - der Streckenposten läßt die Hand mit erhobenem Zeigefinger kreisen - jetzt knistert die Luft, die Sinne sind angespannt.
30 Sekunden - die Türe wird aufgerissen - Oliver hat sich vertan und muß wegen des Trainings in einem anderen Rennen doch den Start fahren. Die Konkurrenten zögern und fahren vorbei, raus aus den Gurten, aus dem Auto, rein in die Kiste, Helm auf, festzurren und los. Die Streckenposten verstehen die Welt nicht mehr - ich auch nicht, ist aber egal, der Wagen ist mit dem jetzt vorbeisausenden Feld weg.
Der Streckenposten fragt noch nach der Startnummer des Wagens, aber die habe ich nun wirklich nicht parat...
Wo stand der Roller hatte Oliver gesagt? Wie geht das blöde Ding an? (und aus?). Auf zur Boxenmauer in der Boxengasse, wenngleich das sicherlich nicht der beste Platz zum Gucken auf der Nordschleife ist.
Die erste Rennrunde offenbart das geschehene: Paul noch vorne, zum Teil ausbeschleunigt von den Bigbängern, Oliver ca. auf Platz 24 - Anschnallen dauert...
Die zweite Runde ist besser: P15 sicherlich. Der Wagen hört sich gut an und die Aufholjagd läuft augenscheinlich.
Die dritte Runde - wieder 5 Plätze gutgemacht. Die Abstände wachsen, die vorderen 3 scheinen ein Rennen unter sich zu fahren, zu Paul als Vierten gibt es eine 20 Sekunden Lücke.
Nach Runde 4 hat Oliver Paul überholt und bringt den Wagen in der Folgerunde um 40 Sekunden weiter. Muß am (Ausnahme-)Fahrer liegen, die Autos sind fast vergleichbar - auch wenn die Fahrwerke völlig in der Abstimmung differieren. Pauls 914 steht grundsätzlich vorne hoch, meiner nur hinten - das werden wir noch einmal klären müssen - - - ein anderes Mal.
Was auch meist insoliert auf einem Zuschauerplatz nicht nachvollziehbar ist: Die Nordschleife ist mit ca. 21 km sehr lang, es passiert sehr viel und wenn es nur ein Konkurrent ist, der einen die halbe Strecke behindert, da fließen die Sekunden durch die Sanduhr!
Die Folgerunden bringen Oliver bis an den 904-6 von Frers ran, in der 7. Rennrunde signalisiert er das er reinkommt, eine tolle Demonstration der Möglichkeiten des Fahrzeugs und vor allem des Fahrers.
Nachdem die vorherigen Runden immer um 8:45 lagen, dauert plötzlich die letzte Runde von Oliver 1.45 Minuten länger, Paul ist zum Tanken an der Boxengasse vorbeigesaust und schnell abgefertigt worden, ist Oliver überfällig?
Dann kommt er - muß sich durch die Mannschaften in der Boxengasse langsam vortasten - Fahrerwechsel nur vor dem Tanken - nicht während - dann vorziehen - tanken. Olivers Streckenrapport: es regnet wie aus Kübeln auf den anderen Streckenabschnitten, seifig, rutschig, aber machbar - Motor und Fahrwerk sehr gut, er hat Vertrauen zum Auto - na denn mal los. 90 Liter brauchen Zeit, Zeit genug um sich ordentlich anzuschnallen.
Rutschig? Mal sehen, eher das Auto ins Ziel bringen als einen dummen Abflug ohne Sicherheitsbereich.
Fingerspitzenfahren - nach ca. 5 Runden ist bis auf die typischen Stellen Kesselchen und Wippermann alles abgetrocknet, Pflanzgarten geht wieder mit Sprung und es macht Höllenspaß!
Nach den geleisteten Runden wird abgewunken. Im Gegensatz zu den Youngtimern bei ähnlichen Verhältnissen kaum Unfälle auf der Strecke - viele technische Ausfälle, aber kaum Schrott - ein wesentlich besseres Gefühl. Darüber hinaus kann man mit dem 914-6 bei den Baujahren bis 1971 noch richtig mitfahren, ein Aston Martin ist zwar kaum untermotorisiert, aber der überirdisch frühe Bremspunkt ist schon überraschend.
Ergebnis nach 20 Renn - Nordschleifenrunden:
| Startnummer | Fahrer | Platz | Fahrzeug | schnellste Rundenzeit |
| # 158 | Eschmann / Hulverscheid | P 1 | 911 ST | 8:25 Min. |
| # 1 | Frers | P 2 | 904-6 | 8:36 Min. |
| # 148 | Singer | P 3 | 914-6 | 8:39 Min. |
| .... | ||||
| # 149 | Frey/Mathai | P 10 | 914-6 | 8:44 Min. |
| .... | ||||
| # 150 | Seiler/Müller | P 27 | 914-6 | 9:17 Min. |
Tolle Leistung, vom letzten auf den 27. Platz - Gratulation an Seiler / Müller!
Eine schöne Sache am Rand ist die Auslaufrunde am Schluß über die gesamte Nordschleife. Wirklich ein schönes Gefühl - alle happy. Durch einen Fehler - obwohl nicht unter den ersten 3 wird mein 914 ebenfalls zur Siegerehrung umgeleitet! Das Bild muß man sich vorstellen: grüner 914, Sieger 911, Zweiter 904-6 und Pauls 914 als Dritter. 914 - Schaulaufen per eccellence.
Paul kann später - ebenfalls als Mehrfachtäter ein Lied von den sich ändernden Zeiten = Baujahren singen. Bei seinem Einsatz bei der Deutschen Rennsportmeisterschaft hat er im ersten Lauf ordentlich verwachst: das kürzere Getriebe, in der Nacht gewechselt, stellt sich als ultrakurze Bergübersetzung heraus, für die Grand Prix - Strecke sicherlich gut für den Start, aber kaum auf den Gerade zu nutzen. Ergebnis: der undankbare vorletzte Platz.
Das läßt natürlich Raum für Verbesserungen: Also wieder das Getriebe in der Abend- / Nachtaktion gewechselt und aufgeigen zum Showdown.
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Rudi hätte Eintritt nehmen sollen... |
| ... Getriebewechsel als Ausdauersportart... | ![]() |
Mit einem guten Start gelingt eine Plazierung im vorderen Mittelfeld, Sadlowsky von PS im 911 ST hat jetzt, wie auch beim Marathon, keine Chancen mehr. Wie groß aber der Unterschied zu den Neueren ist zeigt der Vergleich: Ludwig auf Derkum - RSR: 1.55 pro Runde, Mücke auf Zakspeed Capri 1.59, Singer 914: 2.17 mit kurzem Getriebe und 2.07 mit Verbesserung.
Welten dazwischen, also lieber weiter mit den 1971ern. Oktober war doch mit der ADAC Klassik die nächste Veranstaltung?
Udo
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