Höhen und Tiefen im Rallyesport

Stefan Walter u.a. bei der Heidelberg Historic 2005

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So, dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mit meinem Porsche 914-6 auch an historischen Rallyes teilzunehmen. Ein neuer schneller Motor wurde im Winter eingepflanzt und ich habe Anfang diesen Jahres einen Sponsor gefunden: Die Karlsruher Versicherung.

Bisher bin ich nur Rundstrecken und Slaloms gefahren.  

Gesagt getan, baute ich mir für die Rallyes sofort einen Retro Trip ein. Auch einen Top-Beifahrer konnte ich mir angeln, Sudhir Mitter. Ein absoluter Rallyeprofi, er hatte schon an vielen Rallyes auf dem Beifahrersitz Platz genommen, wie z.B. die Monte Carlo. Also, gut gerüstet, mit Retro Trip, vielen Stoppuhren, sowie Atomuhr starteten wir bei der Eulenrallye in Wilhelmfeld (Odenwald )

Es war brütend heiß. Wir waren froh als die Startflagge fiel und wir uns ohne Dach im Fahrtwind kühlen konnten. Für das erste Mal lief alles prima. Gleichmäßigkeitsprüfung, Zeitkontrollen usw. hatten wir ganz gut gemeistert.

Dann passierte es.

Auf einer einsamen Waldstrecke gab es einen Schlag und das Auto hatte keinen Vortrieb mehr. So ein Mist. Die Antriebswelle war gebrochen. Das war's.

Hatte der neue Motor zu viel "Dampf "?

Endlich nach 3 Std. Wartezeit transportierte uns der ADAC nach Hause. Für was hat man gute Freunde! Also rief ich meinen Kumpel an und in einer Nacht & Nebel Aktion wechselten wir die Antriebswellen. Denn Tags drauf (Sonntags) war der Kurpfalz-Rennslalom.

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Mit Streichhölzern in den Augen und reichlich Kaffee stand ich beim Slalom am Start. Ich quälte das Auto so schnell wie möglich um die Pylonen. Die Nachtschicht hatte sich gelohnt, im Clubsportslalom belegte ich Platz eins.

So, Antriebswellen hatten gehalten, jetzt konnte die Heidelberg Historic kommen.

Doch die Vorzeichen waren alles andere als optimal.

2 Tage vor der Rallye legte ich mir eine Magen-Darmgrippe zu. Auch für den ersten Tag der Heidelberg-Rallye war Dauerregen, Gewitter und Hagel angesagt. Aber Ihr wisst ja Mittelmotorfahrer sind hart im nehmen.

Am Donnerstag den 7.7.05 war abends die Technische Abnahme.

Hier sah ich das erste mal die "Konkurrenz":

Ca. 170 Starter mit wunderschönen Autos, wie z.B. Ford GT 40, Mercedes SSK, Bugatti 35 B, Aston Martin Ulster.... Auch zwei weitere Porsche 914 nahmen teil. Ein schwarzer breiter 914-4, sowie ein serienmäßiger weißer 914-4.

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Mit einer großen Packung Imodium gegen die Darmsache ging es am Freitag an den Start. Sofort nach dem Fallen der Startflagge hatte der Wetterbericht recht. Wir fuhren von einem Gewitterguss in den nächsten rein. "Tolle Aussichten". Trotz angelaufener Scheibe, schlechter Sicht gaben wir unser Bestes. Was wirklich toll war, trotz miesen Wetters standen viele Oldtimerfans an der Strecke und winkten.

Am ersten Etappentag fuhren wir auch die Krähberg-Rennstrecke, sowie 2 Runden durch den kleinen Ort Spechbach. Der Ort stand Kopf, alles was Beine hatte, stand mit Fahnen und Plakaten vor der Haustür und winkte bis zur Sehnenscheiden-
entzündung-ganz tolle Atmosphäre.

Zielankunft war wieder das Sinsheimer Museum. Dort erwarteten uns viele Leckereien vom Buffet.

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Samstag war das Wetter herrlich und meinem Magen ging es auch besser.

Die zweite Etappe führte uns ins Kraichgau und ins Hohenlohische Land. Wertungsprüfung fand im Bosch-Prüfzentrum Boxberg, sowie Bergrennstrecke von Eberbach statt. An den Hängen der Strecke standen sehr viele Oldtimerfreunde und feuerten uns an. Auch an vielen Zeitkontrollpunkten wurden provisorische Cafes aufgebaut und die Autos mit Fahrern wurden dem Publikum detailiert vorgestellt.

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Ohne Probleme liefen wir die Zielankunft in Sinsheim ein.

Wir waren echt happy, über 600 km zurück gelegt ohne irgendwelche Defekte. Mit Platz 56 waren wir mehr als zufrieden.

Ich kann jedem Oldtimerbesitzer empfehlen, einmal an der Heidelberg-Historic teilzunehmen. Trotz hohem Startgeld (450.- Euro) ist diese Rallye super organisiert und auch die Fans rund um die Strecke bringen eine tolle Atmosphäre.

Ein großes Dankeschön geht an meinen Sponsor, die Karlsruher Versicherung, welche mich bei diesem teuren Sport unterstützt.

Viele Grüße - Stefan Walter

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